Nebenwirkungsthema des Fokusmottos „Unter Strom und zwischen Welten” ist die Armut. Dass zwei Generationen von Migranten erst Tod und Not leiden müssen, bevor die dritte wirklich in der neuen Gesellschaft ankommt, ist eine historische Erfahrung, von der auf der Buchmesse viel die Rede war.

In Nadine Schneiders Roman »Das gute Leben« habe ich auf der Fahrt schon zu einem Viertel reingehört. Die Geschichte von vier Generationen arbeitender Frauen zwischen dem Banat und Nürnberg hat mich sofort gepackt.

Viele donauschwäbische Biografien seien stark mit dem Glauben an die „deutschen Tugenden” und dem Narrativ der Leistungsgesellschaft verknüpft, sagt Schneider auf der Eröffnungs-PK. Gedankt worden sei den Rumäniendeutschen für ihren Anteil am post-Wirtschaftswunder der BRD kaum.

Sie beschäftige sich auch deshalb immer wieder – manchmal durchaus widerwillig – mit dem Banat, um diesen hart arbeitenden Menschen die Stimme zu geben, die sie selbst nicht erheben konnten, schon gar nicht auf Hochdeutsch. »Die Anni, die hat ein Mundwerk, hieß es immer, aber hier brechen sich die Wörter das Genick, bevor sie überhaupt ein ganzer Satz sind«.


Nadine Schneider gibt ihrer Großmutter eine neue Stimme: »Anni glaubt, dass das alles dazugehört, wenn man irgendwo neu anfängt, dass sich das alles schon legen wird und dass bald die Anni aus dem alten Leben auch in dieses passt«.


Nadine Schneider, »Das gute Leben«, argon Hörbuch, gesprochen von Inka Löwendorf, 7 Stunden 49 Minuten. Erschienen am 25.2.2026

Muri Darida berichtet vom Pendeln zwischen Budapest und Berlin. Wie schätzt er das Klima in Ungarn im Vorfeld der Wahl ein? »Angst und Mangel« beherrschten das Land, sagt er. Lebensmittel kosteten so viel oder gar mehr als in Deutschland und Renten von €250 seien normal.


»King Cobra«: queere Anpassungsanstrengungen zwischen Selbstbestimmung und Schützenverein.


Miriam Davoudvandi: »Das Versprechen eines besseren Lebens nicht einlösen zu können, ist hart für Eltern.«

Miriam Davoudvendi (Podcasterin mit »Danke, gut.« über psychische Gesundheit) liest im vollbesetzten Literaturhaus aus ihrem Memoir »Das können wir uns nicht leisten« vom Armsein in Deutschland, während nicht weit entfernt im Gewandhaus feierlich gestritten wird. Auch um das Geld, das Freiheit erst möglich macht.


Ewige Zwickmühle: »Mit dem Aufstieg wird die Scham zu Schuld«


Muss man sich leisten können. Biotempel im Leipziger Süden. In Davoudvandis Buch gibt es auch ein Kapitel über Armut und Essen


Soziale Klasse und Armutsrisiko Alleinerziehend. Auch in Norwegen ein Thema. Autorin Maria Navarro Skaranger am NORLA-Stand