Physik-Doktorand Johannes Leinert (Jan Bülow) arbeitet unter den strengen Augen seines Doktorvaters Dr. Julius Strathen (Hanns Zischler) an einer Theorie der unversellen Wellenfunktion. Die beiden reisen zu einem Vortrag über Quantenphysik in die Schweizer Berge, doch der angekündigte Hauptredner taucht nicht auf.

Man vertreibt sich die Zeit mit Musik, Essen, Skifahren und Geschichten aus HiWi-Zeiten bei Heisenberg. Strathens exzentrischer alter Widersacher Prof. Henry Blumberg (Gottfried Breitfuß) wird auf Johannes und seine Berechnungen aufmerksam und ermutigt ihn, weiter zu forschen.


»Legitime Inspiration« nennt Prof. Blumberg Johannes Theorien.

Beim Abendessen verteilt Blumberg Seitenhiebe auf den streng rationalistischen Strathen und petzt, dass dieser einst mit Ernst Jünger zusammen LSD ausprobiert habe, um sein drittes Auge zu öffnen. Offenbar ohne Erfolg, denn Strathen verachtet Johannes intuitive Herangehensweise und die Spekulationen um ein Multiversum.

Dass sich verschiedene Ebenen von erlebter Realität im Film übereinander schieben und nahelegen, dass diejenige Existenz, durch die wir uns selbst gerade hindurcharbeiten, vielleicht nur eine von vielen parallelen ist, macht den Reiz dieser Versuchsanordnung im Stil des Film Noir aus.

Wer sich auf die – auch in Schwarz-Weiß – grandiose Graubündner Landschaft gefreut hat, wird allerdings enttäuscht. Weite Strecken des Films muss man im Dunkeln zurücklegen. Und bei Dauergewitter. Überhaupt sind die Noir-Stilmittel etwas dick aufgetragen und vielleicht schon wieder ironisch gemeint. Ebenso, wie der Kontrast zwischen Johannes genialischem Potenzial und dem, was er de facto damit (in dieser Welt) erreichen kann.


»Vous êtes – eh – belle?«

»Die Theorie von Allem«, Regie: Timm Kröger, 112 Minuten, ZDF, 2023
In der Arte Mediathek verfügbar bis zum 22/05/2026
TV-Ausstrahlung auf Arte am Montag, 4. Mai um 01:00 Fotos: Screenshots Arte Mediathek