Kategorie Memoir

Memoir schreiben heißt nichts weniger als historisch sichtbar werden und das ist sowohl für Schüler als auch für die meisten Erwachsenen ein ungewohntes, aber gutes Gefühl.

Wir, die Baby-Boomer in Deutschland, können schon von (mindestens) zwei Ländern berichten, die es nicht mehr gibt. Und die Schüler, die vor Ihnen sitzen, sind die Stimmen des neuen Jahrhunderts.

Sommer der Überlebenden–

»Da steht das Sommerhaus einsam auf einer Landzunge in der nie ganz schwarzen Juninacht.« 2023 war der Sommer, in dem ich Alex Schulman entdeckte. Ich schrieb: »Weil mich ›Verbrenn all meine Briefe‹ wirklich beeindruckt hat, geht’s jetzt weiter mit Schulmans… Weiterlesen →

Der Zukunft gedenken

»Nein sagen« von Matthias Brandt gibt es nur, weil er ja gesagt hat – Eine Entscheidung muss her, als Matthias Brandt gefragt wird, ob er 2025 die Gedenkrede für die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 in Plötzensee halten würde. Er… Weiterlesen →

Muttertag bis zuletzt: »Wo ich bin, ist oben!«

Wer zwischen zwei Todesfällen gerade wieder etwas Akzeptanz aufgebaut hat, kann mit der Anthologie »Schluss! Aus! Sense!« einen humorvollen Blick auf den Tod werfen. Meine Mutter bzw. ich als ihr post mortem Medium, ist mit zwei Beiträgen vertreten. In »Wo… Weiterlesen →

Fallstricke, Fehler, Fragezeichen

Daniela Dröscher und ihre »Versöhnung mit dem Sprechen« – »Mit zu den intimsten Zuständen gegenseitigen Verstehens gehört es verrückterweise, miteinander zu schweigen.« Das gilt allerdings nur für Fortgeschrittene, für der Sprache Mächtige. Zu Beginn der kindlichen Entwicklung kann Schweigen in… Weiterlesen →

Was ist schon „das Gröbste“?

Bücher zum Muttertag – hier meine Empfehlungen im Literaturcafé.de

»Das ist nicht das richtige Formular.«

»Ich werde wahnsinnig«. Julias über neunzigjährige Mutter Ann hatte einen Schlaganfall, liegt auf der Intensivstation und es braucht jede Menge Unterlagen. Die sind zwar »in sorgfältig etikettierten bunten Hüllen geordnet«, aber von den Passwörtern, z.B. fürs Online-Banking oder die Krankenhaus-Zusatzversicherung,… Weiterlesen →

Frau mit Herz liebt Mann mit Brille –

Hier mein Interview mit Walter Pobaschnig zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann.

»Der weiße Abguss eines schwarzen Lochs«

Sogar nach vierzig Jahren kann Tanja Eg in ihren Körperzellen verorten – auch wenn lediglich von ihm in einer Zeitungsmeldung die Rede ist. „Meine Arme fühlen sich seltsam an, als würde kaltes Wasser hindurchrieseln. »Das ist gut«, sage ich. »Endlich… Weiterlesen →

»Das Haus hat viel durchgemacht«

»Ich nahm all die Sachen in all den Zimmern viel bewusster wahr, die Fülle und der Zerfall drangen ungehindert in meinen Körper.«Die Attacke des Materials ist das Erste, was die Ich-Erzählerin nach der Beerdigung ihres Mannes zu spüren bekommt. Den… Weiterlesen →

»Den Dritten das Brot«

Nebenwirkungsthema des Fokusmottos „Unter Strom und zwischen Welten” ist die Armut. Dass zwei Generationen von Migranten erst Tod und Not leiden müssen, bevor die dritte wirklich in der neuen Gesellschaft ankommt, ist eine historische Erfahrung, von der auf der Buchmesse… Weiterlesen →

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